Es ist durchaus nicht so, dass sich die Typografie auf Papier und die im Internet deutlich unterscheiden. Grundsätzlich geht es darum, den Inhalt und den Zweck von Textinformationen visuell derart zu unterstützen, dass eine optimale Lesbarkeit garantiert ist. Im Internet ist dabei - anders als beim Buch - lediglich zu beachten, dass das Aussehen von Text auf dem Monitor noch Faktoren einschließt, auf die der Gestalter keinen oder nur geringen Einfluss hat. Welcher Browser wird zum Beispiel zur Darstellung der Seite verwendet, wie ist die Bildschirmauflösung, welche Farben können dargestellt werden?
Auch muss beachtet werden, welche Schriften das darstellende System zur Verfügung hat. Generell kann man sagen, dass ein Ersteller von Webtexten sich von der Idee verabschieden muss, dass seine Leser die Inhalte alle exakt gleich auf dem Bildschirm vorfinden werden. Dazu sind die unterschiedlichen Computersysteme einfach viel zu individuell.
Aufgrund der zunehmenden Digitalisierung ist die Typografie also bei weitem nicht mehr den Druckern und Setzern vorbehalten, moderne Berufe wie Grafiker und Mediengestalter müssen sich ebenfalls intensiv mit diesem Thema beschäftigen. Die Tatsache, dass heutzutage im Prinzip jeder interessierte Computernutzer an seinem PC seine eigenen Schriften für Einladungen oder auch die persönliche Homepage erstellen kann führte zu der Frage, ob es sich bei der Typografie, so wie früher, noch um eine Kunst handelt.
